Mach’s gut, Bud Spencer!

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Vor lauter Fußball und den Briten zum Abschiedwinken haben wir glatt vergessen, einem Großmeister der Kampfkunst zu salutieren. Dem berühmten Schwimmer Carlo Pedersoli, der in zahlreichen Filmen seine eigene Kampfkunst entwarf, das höchst effektive Bud-Fu. Dieses steht in einem krassen Gegensatz zur ebenso berühmten Technik des Terence-Jitsu.

Letzteres verfügt über eine unüberschaubare Vielzahl eingesetzter Techniken: Schläge, Tritte, Sprungakrobatik, Einsatz von common objects und blitzschnelle Ausweich- und Mitrollmethoden. Schön anzusehen, aber schwierig zu erlernen.

Das Bud-Fu hingegen folgt einer völlig anderen Philosophie, die sich mit K.I.S.S. Umschreiben läßt. Für „Keep It Simple, Stupid!“ Im Wesentlichen verfügt das Bud Fu über zwei Angriffstechniken:

  • Die „Voll auf die Murmel“. Herr Pedersoli entwickelte die Technik der auch unter dem trivialen Namen „Kopfnuss“ zu einer Attacke weiter, die in 67% aller Anwendungsfälle zu einem Knock-Out des Gegners führt. In 33% immerhin zu unkontrolliertem Torkeln, oft begleitet von Lautäußerungen wie Lallen oder dem Absondern schlechter Einzeiler.
  • Links eine, rechts eine.“ Die zweite Technik, die Jünger des Bud-Fu erlernen, ist landläufig bekannt als „Watsch’n“ oder „Ohrfeige“. Obwohl auch als Ein-Schlag-Technik eingesetzt, kommt sie doch in den meisten Konflikten in einer Links-Rechts-Kombination vor. Wenn auch nicht so hoch effizient wie die „Voll auf die Murmel“, so sorgt sie doch dafür, dass der Kontrahent nicht mehr zu weiteren Angriffen fähig ist. Sie bietet den Vorteil, die Position des Gegenübers genau kontrollieren zu können und spart Kraftreserven. Denn meistens wird „Links eine, rechts eine“ mit „Voll auf die Murmel“ abgeschlossen.

Techniken, die sich mit Ausweichen oder Defensive auseinandersetzen, werden im Buf-Fu nicht gelernt, da ein Meister in dieser Kampfkunst wie Carlo Pedersoli, alias Bud Spencer, einer war, komplett unempfindlich sind gegen jegliche Angriffe körperlicher Natur. Das bietet auch den Vorteil, dass ein Wechsel des einmal eingenommenen Standorts nicht vonnöten ist. Ein weiterer großer Unterschied zum Terence-Jitsu.

Es erfüllt uns mit großer Trauer, einen Großmeister verloren zu haben. Sein Bud-Fu kann ohne Übertreibung als die effektivste Kampfkunst der Filmwelt bezeichnet werden. Sein Wirken hat viele von uns durch die Jugend begleitet und wir werden ihn stets vermissen.

Das KampfkunstStudio trägt sich mit dem Gedanken, Krav Maga, Kung Fu und MMA komplett aus dem Programm zu nehmen und komplett auf Bud-Fu und Terence-Jitsu umzustellen. Eure Meinung in dieser Sache wäre uns für die Entscheidungsfindung hilfreich. Kommentiert hier oder auf Facebook. Oder sprecht einen Trainer an. (Falls dieser nicht noch wegen der Trauer eine schwarze Binde an seinem roten T-Shirt trägt.)

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