Türkischer Öl-Ringkampf: Yağlı güreş

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Zur Zeit sind Sportarten, in denen es unabdingbar ist, den anderen gut festzuhalten, richtig schwierig in der Ausführung! Bei über 30 Grad im Schatten und über 60% Luftfeuchtigkeit „glitscht“ es im Bodenkampf doch recht gut. Kein Problem für die Pehlivan des türkischen Öl-Ringens, türkisch Yağlı güreş. In diesem Sport gibt es ein paar Unterschiede zu unserem Luta Livre. Erstens übt man ihn in Lederhosen aus, den Kispet. Zweitens kämpft man bei brüllender Hitze im Freien. Drittens dauert ein Kampf leicht mal bis zu 40 Minuten. Fünftens sind die Regeln andere: Man gewinnt, indem man den Gegner dazu bringt mit beiden Schultern den Boden zu berühren oder indem man ihn hebt und drei Schritte trägt. Und um auf’s Glitschen zurückzukommen: Man reibt sich mit – sechtstens – Olivenöl ein. Und zwar nicht zu knapp. Nein, nicht auch noch mit Essig!

Am ungewöhnlichsten für uns verweichlichten Turnhallenringer ist dabei sicher der Griff IN die Kispet. Auch wenn es jedem ein leichtes ist, sich schmerzhafte Griffe IN einer Hose auszumalen – Ruhe bitte in der Krav-Maga-Ecke! – ist diese Technik natürlich nicht gestattet. Vielmehr bieten sich dadurch einfach gute Optionen, den Gegner zu fixieren.

Die so ausgebildeten Ringer sind richtig harte Brocken: Als die Pehlivan 1960 in Olympia antraten, räumten sie auf Anhieb sieben von möglichen 16 Goldmedaillen ab, also soviele wie die UdSSR, die USA und die BRD zusammen!

Das berühmteste Turnier findet jedes Jahr im Sommer in Edirne statt und das seit dessen Eroberung durch die Türken 1362. Das obige Video stammt vom diesjähringen 650. Tarihi Kırkpınar Yağlı Güreşleri.

Hier eine informative Website in Englisch, eine in Türkisch und 23 durchaus interessante Bilder hier.

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