Luta Livre - Bodenkampf aus Brasilien

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Der Kampfstil Luta Livre (port. „Freikampf“) wurde ursprünglich in Brasilien für Kämpfe ohne Regeln entwickelt. Die so entstandene Kampfmethode setzt vor allem auf ringerische Mittel, um den Gegner zu besiegen und betont daher den Bodenkampf (häufig auch als „Grappling“ bezeichnet).

Im „Luta Livre Esportiva“ endet ein Kampf durch Aufgabe eines der Kontrahenten (daher auch die Bezeichnung „Submission-Wrestling“ = Aufgaberingen). Um das zu erreichen, werden Würgegriffe oder Gelenkhebel eingesetzt, die im Ernstfall den Gegner kampfunfähig machen.

Das „Luta Livre Vale Tudo“ bezeichnet dagegen den (fast) regellosen Kampf (also inclusive Schlag und Trittechniken) und entspricht weitgehend dem, was heute als „MMA“ (Mixed Martial Arts) bezeichnet wird.

Gerade im MMA-Bereich kommt dem Bodenkampf eine große Bedeutung zu, weshalb die Bodenkämpfer aus Brasilien diese Disziplin anfänglich auch sehr stark dominierten.

Die Geschichte des Luta Livre

Luta Livre („freier Kampf“) wurde Mitte des 20. Jahrhunderts in Rio de Janeiro entwickelt. In einem Ruder-Club maßen sich dort einige kräftige junge Männer im freien Kampf, d.h im Kampf ohne Regeln. Sie fanden für sich heraus, dass sie durch ringerische Techniken, also Hebel und Würgegriffe, in diesen Kämpfen oft besser bestehen konnten als mit Schlägen und Tritten.

Unter diesen Pionieren des Luta Livre waren Fausto und Carlos Brunocilla sowie Euclydes Hatem („Mestre Tatu“), der heute oft als der „Vater des Luta Livre“ betrachtet wird. Anfang der Siebziger Jahre wurde das Luta Livre durch den Einsatz von Roberto Leitao Senior deutlich technischer. Er war Universitätsprofessor für Bauingenieurswesen und hatte lange Judo ohne Gi trainiert. Immer mehr Menschen trainierten Luta Livre in Rio de Janeiro und so verbesserten sich auch die Techniken immer weiter.

Luta Livre in Deutschland

Nach Deutschland brachte Daniel D‘ Dane das Luta Livre. Er begann eine Gruppe von Sportstudenten in Köln zu unterrichten und wurde so der Lehrer seines späteren Meisterschülers Andreas Schmidt. Dieser reiste in seinem Bestreben sein Können immer weiter zu verbessern nach Brasilien und wurde dort wegen seines Kampfstiles mit dem Kampfnamen „Andyconda“ bedacht.

2001 erhielt Andreas als erster Nichtbrasilianer den schwarzen Gürtel im Luta Livre. Er gründete noch im selben Jahr die Europäische Luta Livre Organisation. Unter diesem Dach, welches 2007 durch die Internationale Luta Livre Organisation (ILLO) erweitert wurde, unterrichtet er inzwischen weltweit Luta Livre und bildet Trainer dafür aus.