Mythos „Shaolin“: Großmeister Su Kong Tai Jin

0

Man kann es drehen und wenden, wie man möchte: Kocht man chinesische Kampfkünste auf das Wesentliche ein, landet man immer beim Shaolinkloster. Dieses sagenumwobene Kloster ist nicht nur die Wurzel für Qui Gong, Tai Chi oder Kung Fu, sondern wohl auch für den Zen-Buddhismus an sich.

Die historische Diskussion, ob es ein „Südkloster“ je gab, lassen wir beiseite und wenden uns etwas zu, was international die Bezeichnung „Shaolin Do“ hat. Diese Kampfkunst wurde von Shin Kwang The begründet, der sich in einer Erbfolge mit Su Kong Tai Chin sieht. Dieser Su Kong Tai Chin aber ist durchaus eine Figur der Moderne, es existieren also Fotos – siehe oben.

Die Legende erzählt folgendes: Im Jahre 1849 wird einem chinesischen Bauernpaar ein ungewöhnliches Kind geboren. Aufgrund einer genetischen Krankheit – Hypertrichose, im Englischen gerne auch „Werewolf Syndrome“ – ist er eher ein ungewöhnliches Baby, das schon bald mehr Rasuren am Tag braucht als Sean Connery und Berlusconi zusammen. Also wird der kleine Dämon ausgesetzt und von einem Shaolin-Mönch aufgelesen. Im Kloster wächst er dann auf und verbringt seinen Lebtag hinter dessen schützenden Mauern. Ihm wird die seltene Ehre zuteil, bei allen fünf Meistern zu lernen, so das er bald die Meisterschaft in 200 waffenlosen Formen und 140 Waffenformen erlangt. Er spezialisiert sich dann auf Chi Ma – bekannter als Dim Mak – die Meisterschaft im Umgang mit dem „sechsten Sinn“. Bald wird er Großmeister des Shaolin Tempels. Eine Anekdote erzählt, das er zu einem Treffen mit 12 anderen Meistern benachbarter Klöster eingeladen war, den Raum betrat und plötzlich blitzartig einen Dolch ins Dachgebälk warf. Ein toter Spion fällt herab. Als er gefragt wurde, woher er von dessen Existenz wusste, antwortete er: „12 Menschen sollten anwesend sein, aber 13 haben geatmet.“ Ziemlich Kung Fu, oder? Im Jahre 1900 kam es wieder mal zu einer Zerstörung des Tempels. Die Mönche hatten dieses Mal aber den Braten gerochen und waren mit allen wertvollen Unterlagen in die Berge geflohen und brannten das Kloster profilaktisch schon mal selber ab.

Im Exil reichte Su Kong sein Wissen weiter, von Generation zu Generation. Bis Shin Kwang in Korea einen Flieger betrat und dieses geheime Wissen in den USA auszuplaudern begann. Diese Erbfolge ist schwer überprüfbar, tatsächlich gibt es keinen Hinweis auf einen Schüler mit dem Namen „Su Kong Tai Chin“ in den Unterlagen des Shaolin-Tempels in Fujian. Aber Namen sind im Asiatischen tatsächlich recht leicht wandelbar. Historische Hinweise deuten darauf, das Su Kong wohl eher in Guangdon lebte und wirkte. Und auch das Verzeichnis der 900 Formen, die im „Shaolin Do“ tradiert werden, wirkt etwas… hm… hoch gegriffen.

Aber klar ist: Su Kong Tai Chin ist eine historische Figur. Er hatte großen Einfluß auf die chinesischen Kampfkünste. Zahlreiche historische Quellen sind voller Anerkennung und Bewunderung. Und in einer Tradition zu stehen, in der absolute Aussenseiter die Chance haben, es zu etwas Großem zu bringen, kann einen – trotz aller berechtigten Diskussion – doch mit Stolz erfüllen.

Und was ist Ihre Meinung?

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.