Berühmte Grappler: Shrek

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O.k., die Überschrift ist irreführend, gemeint ist nicht Shrek, sondern sein Vorbild aus dem echten Leben: Maurice Tillet. Tatsächlich ist Shrek nach einem Gesichtsabdrucks dieses damals bekannten Wrestlers gestaltet. Dieser hochintelligente Mann – er sprach sieben Sprachen fließend und war ein begabter Lyriker – entwickelte in der Pubertät Akromegalie, eine Krankheit, die zu unkontrolliertem Knochenwuchs führt. Statt sich aber in sein Schicksal zu fügen, emigrierte er nach Amerika und machte eine beindruckende Karriere im Ringen als „Neanderthaler“, „Freak Ogre“ oder „French Angel“. Wrestling war noch nicht der komplett inszenierte Superheldenkampf von heute, der Ausgang war durchaus ungewiss, aber viel Show und Grimassenschneiden waren schon damals ein Teil der Vorstellung. 1944 besiegte er in einem Weltmeisterschaftskampf Steve „Crusher“ Casey. Der finishing move des 140 kg schweren Franzosen war sein „patentierter“ Bearhug.

Zehn Jahre nach seinem großen Erfolg verweigerte sein Herz die Aufgabe diesen mächtigen Körper weiter zu versorgen und der passionierte Schachspieler starb – nicht ohne einem Freund zu erlauben, noch drei Abgüsse von seinem Kopf zu machen. Einer davon landete viele Jahre später bei Dreamworks – so geht zumindest die Legende.

Der Mut mit dem Maurice Tillet ein Leben lang mit seiner unheilbaren Krankheit offen umging, ja sogar noch seinen Lebensunterhalt damit verdiente, ist beispielhaft. Zeitzeugen versichern, das er immer bescheiden, ruhig und humorvoll blieb. Ich stelle mir vor, er hätte Shrek gemocht.

tillet

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